Der Gropius-Drücker und andere Türklinken der Moderne

Der Mies van der Rohe-Drücker

Entwurf Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969)

Hersteller S. A. Loevy, Berlin und andere

Produktionszeit in Deutschland etwa von 1928 bis 1933

Von Ludwig Mies van der Rohe, dem dritten Bauhaus-Direktor, sind mehrere  Entwürfe  für Türdrücker und Fenstergriffe überliefert. Der älteste bekannte Entwurf ist im Katalog Nr. 6 der Berliner Bronzegießerei S. A. Loevy abgebildet und dürfte um 1928 entstanden sein. Weitere Türdrücker- Zeichnung befindet sich im Bestand des Museum of Modern Art in New York und zeigen u.a. einen Entwurf für das Farnsworth-Haus in Plano, Illinois, aus dem Jahr 1950.

Während der im Loevy-Katalog abgebildete Mies-Drücker bisher noch nicht im Original nachgewiesen werden konnte, ähneln die zwischen 1928 und 1933 von Mies van der Rohe in den Häusern Lange und Esters in Krefeld, im Haus Tugendhat in Brno sowie im Haus Lemke in Berlin verwendeten Türdrücker denen aus dem Farnsworth-Haus. Es ist also zu vermuten, dass Mies in Amerika auf Entwürfe aus Deutschland zurück gegriffen hat und sie lediglich für die amerikanische Baubeschlagindustrie modifizierte.

Wofür aber entstand Mies van der Rohes Entwurf für Loevy? Diese Frage bleibt vorerst unbeantwortet. In der Regel fertigte die Gießerei eine Serie die der Entwerfer für ein konkretes Gebäude in Auftrag gab. Anschließend fand das Modell dann Eingang in die Musterbücher und wurde allgemein mit angeboten.

Ein ähnliches Modell wie im Farnsworth-Haus verwendete Mies van der Rohe später auch noch beim Bau des Illinois Institute of Technology in Chicago, z.B. an den Eingangstüren zur Kapelle auf dem Campus.

 

Mies van der Rohe-Drücker im Loevy-Katalog von 1930
Mies van der Rohe-Drücker im Haus Lange in Krefeld
Mies van der Rohe-Drücker im IIT in Chicago

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