Der Gropius-Drücker und andere Türklinken der Moderne

Das Material der Gropius-Drücker

Die idealen Materialien für die Türdrücker der Moderne waren Weissbronze und Neusilber, zwei so genannte Sondermessing-Legierungen, die in den 1920er und 1930er Jahren dominierten. Weissbronze-Beschläge wurden zusätzlich oft noch vernickelt, später auch verchromt. Billigere Beschläge hingegen wurden aus Grau- oder Temperguss hergestellt und mit schwarzem Einbrennlack überzogen. Ab Mitte der 1930er Jahre sind diese Materialien zunehmend durch Leichtmetall-Legierungen ersetzt worden.

Die Nachfolgende Aufstellung erläutert in alphabetischer Reihenfolge die wichtigsten Werkstoffe, Legierungen und Werksbezeichnungen, die im Zusammenhang mit Beschlägen in den 1920er bis 1940er Jahren Verwendung fanden:

ALDURAL (Al) - Werksbezeichnung der Metallwarenfabrik Richard Rinker GmbH für elektrochemisch (eloxiertes) behandeltes Hydronalium

ALDURIT (Al) - Werksbezeichnung der Metallwarenfabrik Richard Rinker GmbH für die Leichtmetall-Legierung Hydronalium

ALPAKA (Ns) - Bezeichnung für Neusilber

ALUMINIUM (Al) - Hauptbestandteil von Leichtmetall-Legierungen, zumeist mit Magnesium und Silizium im schmelzflüssigen Zustand legiert

BALUMIN (Al) - Werksbezeichnung der Firma Batz & Co. für eloxiertes Leichtmetall. Dahinter verbirgt sich die Legierung G54 der Vereinigten Aluminium-Werke Lautawerk

BRONZE (Bz) - Bezeichnung für eine Legierung aus 80-90 Prozent Kupferanteil und Zinn

EDI-SILBERAL (Al)-  Werksbezeichnung der Metallwarenfabrik Erich Dieckmann für Leichtmetall

GEHALIT - Phenol-Formaldehyd-Pressharzmischung, die in verschiedenen Farben zur Herstellung von Beschlägen verwendet wurde

GRAUGUSS (GG) - Bezeichnung für eine Eisenlegierung mit einem hohen Anteil von Kohlenstoff und Silizium sowie weiteren Bestandteilen wie Mangan, Chrom oder Nickel

GUSSEISEN (Fe) - Sammelbezeichnung für nicht plastisch verformbare Legierungen aus Eisen und 3-5 Prozent Kohlenstoff

HYDRONALIUM (Al) - Leichtmetall-Legierung aus Aluminium, Magnesium und Mangan der Vereinigten Aluminium-Werke Lautawerk

MESSING (Ms) - Sammelbezeichnung für Legierungen mit mindestens 50 Prozent Kupferanteil und Zink, je nach Kupferanteil variiert die Farbe von goldorange (hoher Kupferanteil) bis hellgelb glänzend

NEUSILBER (Ns) - Silberweiss glänzende Legierung aus 47-70 Prozent Kupfer, 3-30 Prozent Nickel, 8-45 Prozent Zink und verschiedenen Spurenelementen, wie Blei, Zinn oder Eisen

NICKELIN (Ns) - Bezeichnung für Neusilber

NICKSIL (Ns) - Werksbezeichnung der Firma Wilhelm Engstfeld AG (Wehag) für Neusilber

NIROSTA/NIRO - Abkürzung für “nicht rostender Stahl, eine Legierungen von Eisen mit Nickel, Chrom und anderen Zusätzen

OGRONAL (Al) - Werksbezeichnung der Firma Otto Grosssteinbeck (OGRO) für Leichtmetall

PLATINOXAL (Al) - Werksbezeichnung der Gebrüder Hülsdell für eine silbermatt glänzende Spezial-Hartlegierung der Vereinigten Aluminium-Werke Lautawerk

ROTBRONZE (Rb) - Bezeichnung für Rotguss

ROTGUSS (Rb) - Hauptsächlich aus Kupfer bestehende rötlich glänzende Legierung aus 1,5-11 Prozent Zinn und 1-9 Prozent Zink sowie Zusätzen von Blei und Nickel

SILBERBRONZE (Wb) - Bezeichnung für Weissbronze

TEMPERGUSS (TG) - Im Glühofen behandeltes Gusseisen

TOMBAK (Ms) - Bezeichnung für eine Kupfer-Zink-Legierung mit einem Kupferanteil von über 70 Prozent

TRIOLITH - Phenol-Edel-Kunstharz, das in verschiedenen Farben von der Metallwarenfabrik Ernst Wagener für die Griffstücke von Beschlägen verwendet wurde

WEHAGSIL (Al) - Werksbezeichnung der Wilhelm Engstfeld AG (Wehag) für die Leichtmetallegierung Hydronalium

WEISSBRONZE (Wb) - Bezeichnung für eine Legierung aus Kupfer, Zinn und Zink

Copyright 2001-2017 by Harald Wetzel