Der Gropius-Drücker und andere Türklinken der Moderne

Die Frankfurter Normendrücker

Entwurf Ferdinand Kramer (1898-1985)

Hersteller waren fast alle Baubeschlag-Betriebe

Produktionszeit von 1925 bis Mitte der 1950er Jahre, vereinzelt bis heute

Die Frankfurter Normendrücker entstanden um 1925 im Rahmen der Typisierung von Bauwerksteilen im Frankfurter Hochbauamt unter Ernst May (1886-1970). Als Entwerfer gilt Ferdinand Kramer, der für kurze Zeit auch am Weimarer Bauhaus studierte.

Ursprünglich gab es mindestens vier in der Form unterschiedliche Varianten, von denen sich jedoch nur zwei tatsächlich im Neuen Bauen durchsetzen konnten. Sie entwickelten sich vor allem wegen ihres günstigen Preises zu den am meisten verwendeten Türklinken der späten 1920er und frühen 1930er Jahre. Selbst Gropius verwendete sie gelegentlich in seinen Bauten, wie etwa in der Landmaschinenfabrik Kappe in Alfeld (1925) und in der Siedlung (Dessau)-Törten (1926-1928). Neben den Türdrückern entstanden entsprechende Fensteroliven, Türknaufe, etliches Zubehör und, ganz besonders zu erwähnen, die Normenrosetten. Hergestellt wurden die Normendrücker von nahezu der gesamten Baubeschlag-Industrie, anfangs in Weißbronze, Neusilber und Eisenguss später auch in Aluminium.

Eine Variante mit abgewinkeltem Rundstab und anschließender Griffrolle wurde wegen der Ähnlichkeit zum Gropius-Drücker von einzelnen Herstellern auch als Bauhaus-Normendrücker bezeichnet, hat aber weder mit dem Bauhaus noch mit Walter Gropius etwas zu tun.

Katalog Normenbeschläge von 1930
Katalog Normenbeschläge von 1930

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